Das ist in diesem Fall geschehen mit der Mittelachse, wo es bis jetzt außer den Otto-Wagner-Stationen nichts anderes gibt. Ich stehe dazu, wenn sich die Stadt einen solchen Bauplatz für eine Bibliothek aussucht, dies auch stolz zu zeigen. Das ergibt eine gewisse Monumentalität und -hoffentlich- Unverwechselbarkeit.

Jede Seite des Gebäudes verlangt eine andere Antwort, weil sie sich anderen Aufgaben stellen muß. Die Treppe ist die Antwort auf den Urban-Loritz-Platz. Welche Antwort gibt es auf die Otto-Wagner-Stadtbahn-Station?

Die Otto-Wagner-Station ist ja nicht nur das schöne Aufnahmegebäude an der Burggasse, sondern auch die Bahnsteige in Tieflage, die flankiert werden von umfassendem, wunderbarem Klinker-Mauerwerk. Es handelt sich um eine ganze Anlage. Die Idee des Gebäudes wächst aus diesen Otto-Wagner-Gedanken heraus. Es ist ein gewisses Maßsystem vorhanden, das dem Grundstück zu Grunde liegt und die Seele des Ganzen bildet. Und dieses Maßsystem wird jetzt ins neue Gebäude weitergeleitet. Die Flugdächer, nicht konform mit den festen Bauteilen, sind nach einem anderen Rhythmus gemacht, aber alle Begrenzungsmauern, die Station hat einen Aufbauraster von 4,05 Metern, die sich durchziehen. Dieses Maß ist logisch verbunden mit dem Tragwerk der Bibliothek. Im Abstand von zweimal 4,05 Metern, also 8,10 Metern wachsen die Stahlbeton-Rahmenkonstruktionen raus. Wichtig ist mir auch, dass man von den Bahnsteigen raufsehen, den Himmel sehen kann, dass man die Gürtelfahrbahnen spürt, auch dem Wetter ausgesetzt ist.

3/8